Die Geschichte der Windschutzscheibe
 
Vor 1919 gab es nur einige "pferdelose Kutschen", die sich nur mit relativ geringer Geschwindigkeit fortbewegten. Als die Zahl der motorisierten Vehikel zunahm und deren Geschwindigkeit stieg, entstand das Problem, dass der Fahrer eines solchen Gefährtes durch den Fahrtwind in seiner Führung beeinträchtigt wurde. Um das Fahren zu erleichtern, wurde eine transparente Glasscheibe zum Schutz vor Wind bei der Produktion mit einbezogen. Die Geburt der buchstäblichen Windschutzscheibe.
Aber die Windschutzscheibe löste nicht alle Probleme. Zwar machte die Windschutzscheibe das Fahren komfortabler, aber sie schützte nicht angemessen vor kleinen Trümmern. Die frühen Windschutzscheiben wurden häufig durch kleine Objekte zerstört, was zur Rissbildung führte und die Insassen in einem solchen Fall durch große Glasbruchstücke gefährlich verletzten konnte.
1919 fand Henry Ford die ersten "laminierten Scheiben" in Frankreich, welche einen Zellulosen Stoff zwischen zwei Scheiben beinhalteten um diese bei einem Bruch zusammen zuhalten. Eine frühe Variante des heutigen VSG. Zwischen 1919 und 1929 hatte Henry Ford all seine Fahrzeuge mit diesen Scheiben ausgestattet.
In Europa bestanden die Windschutzscheibe bis in die 70'er aus Einscheibensicherheitsglas. Einscheibensicherheitsglas hatte zwar den Vorteil, dass keine großen Bruchstücke aus der Windschutzscheibe herausbrechen konnten, aber auch die für ESG typischen kleinen Glasbruchstücke waren sehr gefährlich und konnten die Augen der Insassen verletzen.
Heute wird kein Einscheibensicherheitsglas bei Windschutzscheiben mehr verwendet und Verbundglas wird auch nicht durch einen Zellulosen Stoff zusammen gehalten. Ein hochstabiles Vinyl namens PVB (Polyvinylbutyral) schützt die Insassen der heutigen Fahrzeuge vor Verletzungen. Die ursprüngliche Aufgabe einer Windschutzscheibe, die Insassen vor Wind und Verschmutzung zu schützen ist heute auch nur noch ein Teil Ihrer Aufgaben. Sie trägt heute maßgeblich zur Torsionssteifigkeit eines Fahrzeuges bei und ist ein tragendes Teil der Karosserie.
   
Der Unterschied zwischen ESG und VSG
   
ESG (Einscheiben-Sicherheitsglas)
DIN 1249-12 bzw. E EN 12150
Einscheiben-Sicherheitsglas ist ein vorgespanntes Glaserzeugnis, das aufgrund seiner Vorspannung eine stark erhöhte Schlag- und Biegefestigkeit sowie Temperaturwechselbeständigkeit aufweist. Beim Bruch zerfällt es in eine Vielzahl kleiner Krümel mit wesentlich verminderter Verletzungsgefahr. Aufgrund dieser Eigenschaften wird es als bruchsicher eingestuft.
VSG (Verbund-Sicherheitsglas)
DIN 52337 bzw. prEN 12600
Verbund-Sicherheitsglas ist ein Glaserzeugnis aus mindestens zwei Scheiben, die durch organische Zwischenfolien aus Polyvinylbutyral zusammengehalten werden. Bei Bruch haften die Glasstücke fest an der Folie, so dass sich keine großen, scharfkantigen, gefährlichen Bruchstücke bilden können. Maßgeblich für die Unterscheidung zum Verbundglas ist der Pendelschlagversuch. Verbundsicherheitsglas wird aufgrund seiner splitterbindenden Eigenschaften als bruchsicher eingestuft.